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"SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust" Martin Schoeller im Zollverein Essen

Ab 22.01.2020 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet eröffnen die Ausstellung am 21. Januar 2020.

75 Holocaust-Überlebende hat der international renommierte Fotograf Martin Schoeller in Israel besucht und portraitiert. Die Arbeiten werden ab 22. Januar 2020 erstmalig auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen unter dem Titel "SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust" präsentiert.

“Es ist so wichtig, Erinnerungsprojekte wie dieses zu unternehmen. Wer noch in der Lage ist, seine Geschichte zu erzählen, sollte das auch weiterhin tun. Es ist unsere Pflicht, im Namen der Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, unsere Geschichten immer wieder zu erzählen.“

Naftali Fürst, Überlebender

Menschlichkeit und Würde bewahren unter unmenschlichen Bedingungen: Diese Erfahrung steht hinter den überlebensgroßen Nahaufnahmen der 75 Überlebenden. Entstanden sind die Bilder in Jerusalem, in Yad Vashem, wo Schoeller die Portraitierten besucht und sich für die Aufnahmen sehr viel Zeit genommen hat. “Ich bin in Deutschland aufgewachsen”, so Martin Schoeller, der seit langem in New York lebt. „In der Schule haben wir ständig über den Holocaust gesprochen. Ich bin mit dem Gefühl groß geworden, dass eine unglaubliche Schuld auf uns liegt, das hat mich die eigene Identität immer wieder hinterfragen lassen. Wie konnten Menschen aus meinem eigenen Land solche unfassbaren Verbrechen begehen? Es ist erschreckend zu sehen, wie sich der Antisemitismus momentan in Europa und anderswo erneut Bahn bricht. Mehr denn je verspüre ich daher eine große Verantwortung, gegen Antisemitismus anzugehen, wo immer ich ihn erlebe, und dazu beizutragen, dass es nie wieder so etwas wie den Holocaust geben wird. Wir sind verantwortlich für unsere Geschichte. Und ich glaube, dass wir nur dann als Menschenvorankommen können, wenn wir bereit sind, aus der Geschichte zu lernen.“

Der Blick in diese vom Leben gezeichneten Gesichter ist heute und für künftige Generationen von besonderer Bedeutung: Die Portraitierten gehören zu den letzten noch lebenden Augenzeugen. Schoellers unverstellte Fotografien sind bleibende Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte und vermitteln das Grauen des Holocaust jenseits von Worten.

„Das Erbe der Shoah, das die Überlebenden mit größter Tapferkeit und Hingabe wachgehalten haben, wird nun an uns übergeben. Und es ist an uns, ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft zu verwirklichen“, erläutert der Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Shalev. „Es ist von größter Bedeutung, dass ihre Botschaften und Werte in Ehren gehalten und eingelöst werden. Dies sicherzustellen, dafür steht die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, und wir sind überzeugt, dass dies eine heilige Aufgabe für die ganze Welt ist. Im fortschreitenden 21. Jahrhundert sind wir verpflichtet, präzise Erinnerungen an den Holocaust wachzuhalten und für mehr Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie in der Gesellschaft einzutreten, zum Wohle kommender Generationen.“

SURVIVORS ist ein Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn und der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Kooperation mit der Stiftung Zollverein und dem Ruhr Museum. Kuratorinnen sind Anke Degenhard und Vivian Uria. Das Projekt wurde initiiert vom deutschen Freundeskreis von Yad Vashem unter Kai Diekmann und wird unterstützt und finanziert von der RAG-Stiftung.

Zur Ausstellung erscheint ein Fotobuch im Steidl Verlag mit den 75 Portraits und zugehörigen Biografien sowie einem Vorwort von Bundespräsident a.D. Joachim Gauck.

Programmpunkte:

Mittwoch (26.2.2020) | 18:00 Uhr: Fotografengespräch mit Martin Schoeller (Moderation: Kai Diekmann, Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem in Deutschland)

Dienstag (31.03.2020) | 18:00 Uhr: Herbert Rubinstein: „Das Gute wird gewinnen. Rückblick eines Zeitzeugen“

Zeitzeugengespräche für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse: Der Holocaust-Überlebende Herbert Rubinstein steht Schülerinnen und Schülern während der Ausstellungsdauer jeweils dienstags (11.02., 18.02., 24.03. und 31.03.2020) um 10:00 Uhr als Gesprächspartner zur Verfügung. Herbert Rubinstein entkam als Zehnjähriger gemeinsam mit seiner Mutter durch Flucht nur knapp der Deportation in ein Konzentrationslager. Seit über 60 Jahren lebt er in Düsseldorf und ist dort sehr aktiv und gestaltend in der jüdischen Gemeinde tätig.


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