Bericht über den Besuch von Dani Dayan in Deutschland
Aktualisiert: 12. Juni
Vom 15. Bis 18. September besuchte der Yad-Vashem-Vorsitzende Dani Dayan Berlin. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Erinnerung an die Shoah in Zeiten zunehmenden Antisemitismus vertieft, gestärkt und institutionell verankert werden kann.
In Gesprächen mit Spitzenvertretern der Bundesregierung und des Bundestages wurde deutlich, wie groß das gemeinsame Interesse ist, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Yad Vashem weiter auszubauen. Es ging um die Vertiefung und Institutionalisierung der bilateralen Beziehungen. In den Gesprächen wurde die zentrale Bedeutung der Holocaust-Erinnerung in einer Zeit wachsender Holocaust-Verzerrung und Leugnung hervorgehoben. Damit verbunden ist der beunruhigende Anstieg antisemitischer Tendenzen in Deutschland, Europa und weltweit.
Neben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundeskanzler Friedrich Merz, Finanzminister Lars Klingbeil, Außenminister Johann Wadepfuhl und Staatssekretärin im Bundesinnenministerium Daniel Ludwig wurde Dani Dayan auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem geplanten Yad-Vashem-Bildungszentrum in Deutschland, dem ersten seiner Art außerhalb Israels. Im Gespräch mit Bildungsministerin Karin Prien wurden die nächsten Schritte konkret erörtert. Beide Seiten betonten, wie entscheidend es sei, Lehrkräfte und Multiplikatoren mit den richtigen Werkzeugen auszustatten, um jungen Menschen historische Wahrheit, Verantwortung und Werte zu vermitteln.
Darüber hinaus traf Dayan Michaela Küchler, Generalsekretärin der International Holocaust Remembrance Alliance. Dieses Treffen hatte besondere Symbolkraft, da Israel in diesem Jahr den IHRA-Vorsitz innehat und Dani Dayan der International Holocaust Remembrance Alliance in dieser Zeit selbst vorsitzt. Im Mittelpunkt standen die Vorbereitung auf das kommende IHRA-Plenum in Jerusalem und die Frage, wie internationale Zusammenarbeit dazu beitragen kann, Erinnerung und Bildung global zu stärken. Neben den politischen Gesprächen nahm Dayan am Empfang des Zentralrats der Juden zum 75. Gründungstag teil.
Bei einem Abendessen mit dem Freundeskreis Yad Vashem diskutierte Dayan mit langjährigen Unterstützerinnen und Unterstützern über die künftige Rolle des geplanten Bildungszentrums und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements in der Holocaust-Erinnerung.
Zum Abschluss seines Aufenthalts stellte Dayan in einem Pressegespräch in den Räumen des Freundeskreises die aktuellen Pläne zum Bildungszentrum vor. Er betonte, dass das Bildungszentrum in Deutschland mehr sein soll als ein Ort des Lernens: Es soll ein sichtbares Zeichen sein für die gemeinsame Verantwortung und der Verharmlosung und Verzerrung der Geschichte entgegentreten. Diese neue Einrichtung soll die jungen Generationen für die historische Wahrheit über die Shoah sensibilisieren. Konkret bedeutet das, dass in den nächsten Wochen und Monaten Gespräche mit den Ländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen geführt werden, um potenzielle Standorte des Bildungszentrums zu eruieren.




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