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Pressemitteilung zum Holocaust-Gedenktag: Erinnerungsarbeit wichtiger denn je

Berlin, 25. Januar 2024. Aus Anlass des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust hat der Vorsitzende des Freundeskreises von Yad Vashem in Deutschland, Kai Diekmann, auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit umfassender Erinnerungsarbeit hingewiesen:


„Seit dem brutalen Massaker der Terrorgruppe Hamas am 7. Oktober hat offen gelebter Antisemitismus in Deutschland und weltweit ein erschreckendes Ausmaß angenommen. In Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen werden Jüdinnen und Juden bedroht, immer wieder wird auf Demonstrationen zur Vernichtung Israels und aller jüdischen Menschen aufgerufen.“


Der Hamas-Terror habe auch Auswirkungen auf Shoah-Überlebende und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, so Diekmann weiter. Gedenkorte, Stolpersteine und Mahnmale würden mit Schmierereien oder Stickern beschädigt, Slogans wie „Free Palestine from German guilt“ seien ein offener Angriff auf die Erinnerungskultur. Diekmann wörtlich: „Wie in keinem anderen Land ist und bleibt es unsere Verantwortung, die Erinnerung an den Holocaust und an die zahllosen Opfer in unseren Köpfen und in unseren Herzen wachzuhalten. Wir dürfen nicht zulassen, dass dies in Frage gestellt wird.“


„Antisemitismus betrifft nicht nur Jüdinnen und Juden. Das Thema geht uns alle etwas an“, so Ruth Ur, Geschäftsführerin des Freundeskreises Yad Vashem. „Antisemitismus ist ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft.“


Ein zentrales Element der Arbeit des Freundeskreises Yad Vashem sei es, Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zu bauen. Deshalb erzähle der Freundeskreis Yad Vashem immer wieder Geschichten aus dem Alltag von Jüdinnen und Juden in der NS-Zeit und mache diese Geschichten durch Gegenstände, die ihnen gehörten, oder Briefe, die sie schrieben, zugänglich. Sei es die Geschichte des Chanukka-Leuchters der Kieler Familie Posner in der Kampagne „Licht zeigen“ oder der Ausstellung „Sechzehn Objekte“, die zum ersten Mal Gegenstände aus der Sammlung von Yad Vashem in Deutschland gezeigt habe.


Anlässlich des diesjährigen Holocaust Gedenktages erinnert die Sonderausstellung „I said, ‘Auf Wiedersehen‘“ der Berthold Leibinger Stiftung an die Rettung von jüdischen Kindern und Jugendlichen vor nationalsozialistischer Verfolgung. Die Ausstellung, kuratiert von Ruth Ur, findet vom 31.1. bis 23.2. im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages statt. 2024 jährt sich der Beginn dieses sogenannten Kindertransports zum 85. Mal und gilt bis heute als eine der ambitioniertesten Aktionen, um Kinder vor der Gefahr der NS-Diktatur zu bewahren.


Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 79. Mal. Seit 1996 ist dieser Tag ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag; 2005 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen zum International Holocaust Remembrance Day erklärt. Auch der Freundeskreis Yad Vashem gedenkt der Opfer des Holocaust.


Anfragen an info(at)yad-vashem.de


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