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Nach Brandanschlag auf Synagoge in Gießen: Freundeskreis Yad Vashem fordert entschlossenes Vorgehen gegenAntisemitismus und dauerhaften Polizeischutz für jüdische Einrichtungen

Gießen/Berlin, 15. Januar 2026



Nach dem Brandanschlag auf die Beith-Jaakov-Synagoge in Gießen fordert der Freundeskreis Yad Vashem Bund und Länder auf, Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen und eine rund-um-die-Uhr-Polizeipräsenz für jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland sicherzustellen. Jüdisches Leben kann nur dann nachhaltig geschützt werden, wenn Sicherheitsmaßnahmen Hand in Hand gehen mit klarer politischer Führung gegen Hass, Hetze und antisemitische Gewalt.


Antisemitische Angriffe müssen öffentlich, unverzüglich und unmissverständlich verurteilt werden. Dazu gehört auch, antisemitischer Hassrede und Aufstachelung konsequent entgegenzutreten, die immer wieder den Nährboden für solche Gewalttaten bilden. Zugleich sind wirksame Sicherheitsmaßnahmen unverzichtbar. Diese müssen bundesweit einheitlich umgesetzt werden und dürfen nicht von Veranstaltungen oder besonderen Anlässen abhängen.


Kai Diekmann, Vorsitzender des Freundeskreis Yad Vashem, erklärt: „So bedauerlich es ist: Jüdische Einrichtungen sind unabhängig von Veranstaltungen oder konkreten Anlässen Ziel von Gewalt. Diese Realität muss in den Gefahrenbewertungen deutscher Sicherheitsbehörden konseq

uent berücksichtigt werden. Der Schutz jüdischen Lebens darf nicht vom Kalender abhängen. Doch Sicherheit allein reicht nicht aus – Antisemitismus muss überall klar und entschieden bekämpft werden.“


Am Abend des 13. Januar kam es vor der Synagoge in Gießen zu einem Brandanschlag. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurden zwei Müllcontainer in Brand gesetzt. Einsatzkräfte der Polizei nahmen einen 32-

jährigen Tatverdächtigen am Tatort fest. Der Mann soll im Anschluss an die Tat den Hitlergruß gezeigt haben, wie auf Bildern der Überwachungskamera zu sehen ist. Der Rollladen sowie das Eingangstor der Synagoge wurden beschädigt; verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen zu Tathergang und Motiv dauern an.


Angesichts der angespannten Sicherheitslage seit dem 7. Oktober sowie aktueller Anschläge auf jüdische Einrichtungen im In- und Ausland sieht der Freundeskreis Yad Vashem dringenden Handlungsbedarf. Auch kleinere Gemeinden wie Gießen müssen systematisch in dauerhafte Schutzkonzepte einbezogen werden. Hierfür

sind die notwendigen personellen Ressourcen, der politische Wille und die organisatorischen Strukturen unverzüglich zu schaffen.

 
 
 

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