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Yad Vashem eröffnet mit dem Moshal Shoah Legacy Campus neues Erinnerungszentrum in Jerusalem

Der Neubau wurde unter anderem durch großzügige Spenden von Borussia Dortmund, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Mercedes-Benz, Volkswagen Group und der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht.



8. Juli 2024, Berlin/Jerusalem In Anwesenheit des israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog, des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Israel, Steffen Seibert, und Vertretern der deutschen Wirtschaft ist heute in Jerusalem das Erinnerungszentrum Moshal Shoah Legacy Campus von Yad Vashem eingeweiht worden. Weitere Teilnehmer der Zeremonie waren der Holocaust-Überlebende und Vorsitzende des Yad-Vashem-Rates, Rabbi Israel Meir Lau, der Vorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan, sowie Freunde und Unterstützer von Yad Vashem aus aller Welt.


Herzstück des Campus ist das Shapell Family Collections Center, in dem auf rund 6.000 Quadratmetern Yad Vashems unschätzbare und wachsende Sammlung von über 227 Millionen Seiten an Archivdokumenten, über eine halbe Million Fotografien, Zehntausende Zeugnisse von Überlebenden, Artefakte und Kunstwerke sowie etwa 2,8 Millionen Gedenkblätter beherbergt wird.


Die Objekte in der Sammlung von Yad Vashem kommen aus ganz Europa und Nordafrika. Sie reichen von persönlichen Dingen über Kunstwerke bis hin zu Alltagsgegenständen, die in den Lagern und in Verstecken verwendet wurden. Eines der Ziele von Yad Vashem ist es, die Geschichte zu erzählen, die sich hinter jedem Objekt verbirgt. Jedes Objekt steht für eine Person, eine Familie oder eine Gemeinschaft, die vom Holocaust betroffen war. Ebenso wichtig ist es, die Geschichte dieser Objekte zu erzählen, deren Besitzer den Holocaust oft nicht überlebt haben, und wie sie nach Yad Vashem gekommen sind.


Der Bau des Campus wurde durch die Unterstützung vieler Freunde von Yad Vashem in aller Welt finanziert. Dazu gehört auch der Freundeskreis von Yad Vashem, dessen fünf große deutsche Firmenmitglieder Borussia Dortmund, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Mercedes- Benz und Volkswagen Group jeweils eine Million Euro für das Projekt spendeten. Diese Spenden sind ein eindrucksvolles Zeugnis ihres Engagements für das Gedenken an den Holocaust und die Auseinandersetzung mit der historischen Verantwortung für die Verbrechen des deutschen NS-Regimes und seiner Kollaborateure.


„Hier wird jedes einzelne Objekt mit größtem Respekt behandelt und findet ein dauerhaftes Zuhause, damit seine Geschichten – die Geschichten des Widerstands, der Angst und des ungebrochenen Geistes von Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften, die sich den Schrecken des Holocaust stellten – auch für zukünftige Generationen zugänglich bleiben“, so der Yad-Vashem-Vorsitzende Dani Dayan. „Mit dieser Eröffnung unterstreicht Yad Vashem sein Engagement für die Bewahrung der Erinnerung an den Holocaust. Die großzügigen Beiträge der vielen Spender, darunter die fünf prominenten deutschen Unternehmen, tragen nicht nur zum Schutz dieser Artefakte bei, sondern unterstreichen auch ihre Bedeutung für die Vermittlung der Geschichte an künftige Generationen. In einer Zeit, in der die Leugnung des Holocaust und der Antisemitismus einen nie dagewesenen Höhepunkt erreicht haben, zeugen ihr Engagement, ihre Aktionen und ihre Unterstützung von der dauerhaften Kraft der Erinnerung und der Erziehung, die eine Zukunft garantieren, in der sich solche Gräueltaten nicht wiederholen.“


Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Borussia Dortmund: „Die Eröffnung des Moshal Shoah Legacy Campus nach fünf Jahren Planung und Bauzeit bewegt mich sehr. Fast 80 Jahre nach dem Ende des Holocaust ist es eine wichtige Aufgabe, die Erinnerung an das Geschehene zu bewahren. Der Moshal Shoah Legacy Campus ist dafür ein ganz besonderer Ort, weil er die Möglichkeit gibt, über individuelle Biografien und Objekte zu lernen, wodurch deutlich wird, dass es sechs Millionen Menschen mit ganz eigenen Vorstellungen, Träumen und Lebensplänen waren, die ermordet wurden.“


Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn: „Es sind die Zeugnisse der Vergangenheit, die uns heute nicht vergessen lassen, wie wertvoll jedes Leben ist. Orte der Erinnerung wie der Moshal Shoah Legacy Campus sind gerade in einer Zeit, in der antisemitische Parolen wieder laut und folgenreich sind, besonders kostbar. Ich fühle mich geehrt, dass wir als Deutsche Bahn AG einen Beitrag zum Gelingen des lange geplanten Vorhabens leisten konnten. Es bedarf hervorragender Archive und Begegnungsorte, damit auch in Zukunft an die in Folge nationalsozialistischer und antisemitischer Hetze ermordeten und verfolgten Menschen erinnert werden kann.“


Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: „Durch das Engagementfür Yad Vashem erinnern wir an unsere historische Verantwortung, die aus den Verbrechen des Nationalsozialismus erwächst. Unsere Vergangenheit ermahnt uns, wie zentral Freiheit, Vielfalt und Toleranz sind – gerade in Zeiten, in denen diese Werte zunehmend durch extremistische Bewegungen bedroht werden. Wir alle müssen jeden Tag dafür eintreten, dass Antisemitismus, Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung keinen Platz in der Gesellschaft haben. Yad Vashem und der neue Campus sind dafür eine Mahnung.“


Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands von Mercedes-Benz: „Die Eröffnung des Moshal Shoah Legacy Campus ist ein wichtiges Bekenntnis, die Erinnerungskultur an den Holocaust aufrechtzuerhalten und zu fördern. Mercedes-Benz ist stolzer Unterstützer dieses einzigartigen Projektes und daneben seit vielen Jahren im Freundeskreis Yad Vashem engagiert. Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder in erschreckender Weise zutage tritt, übernimmt unser Unternehmen Verantwortung und bezieht entschieden Stellung: Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung gefährden die Grundlage der Demokratie und den

gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir setzen uns aktiv ein für Vielfalt, Toleranz und Offenheit – und genau das möchten wir mit unserem Engagement zum Ausdruck bringen.“


Gunnar Kilian, Mitglied des Vorstands von Volkswagen Group: „Wir sind den Opfern des Holocaust verpflichtet, die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit wachzuhalten. Sie mahnt uns stets, für die Werte von Menschlichkeit, Toleranz und Gerechtigkeit einzutreten. Der Moshal Shoah Legacy Campus in Jerusalem wird mit seiner Sammlung dazu einen elementaren Beitrag leisten und damit auch die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und ihr Schicksal für immer lebendig halten.“


Kai Diekmann, Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem in Deutschland: „Wir freuen uns sehr, dass der Moshal Shoah Legacy Campus nach fünf Jahren Planung und Bauzeit nun eröffnet werden kann. Wir leben in herausfordernden und äußerst schwierigen Zeiten, in denen ein Ort wie dieser umso wichtiger ist. Die hier vereinten Artefakte sollen als ewiger Beweis für die Gräueltaten der Shoah dienen. Dies ist der Ort, der sie nicht nur zusammenhält, sondern auch den Opfern ihre Stimmen wiedergibt. Dieser Campus wird für immer die Heimat der Träume sein, die nie geträumt wurden, der Hoffnungen, die sich nie erfüllt haben, der Wünsche, die nie in Erfüllung gehen werden.“


Foto: Vertreterinnen und Vertreter der fünf deutschen Unternehmen, der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Bundestags sowie von Yad Vashem und des Freundeskreises Yad Vashem bei der Eröffnung des Moshal Shoah Legacy Campus © Yad Vashem/Jorge Novominsky


Film über den Moshal Shoah Legacy Campus:

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