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"Journey in the Wake of Catastrophe": Yad Vashem eröffnet neue Kunstausstellung

Aktualisiert: 25. Aug.

21. Juli 2025, Jerusalem


Diese Woche eröffnet Yad Vashem – die Internationale Holocaust Gedenkstätte – die Ausstellung "Journey in the Wake of Catastrophe", ein eindrucksvolles neues Projekt der renommierten israelischen Künstlerin Tal Mazliach. Die eigens für diese Ausstellung in Auftrag gegebenen elf Originalwerke ziehen eine eindrucksvolle, visuelle Linie zwischen zwei einschneidenden Zäsuren im jüdischen Gedächtnis: dem Holocaust und den Gräueltaten des 7. Oktober.

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Mazliach, Bewohnerin des Kibbuz Kfar Aza an der Grenze zum Gazastreifen, überlebte am 7. Oktober den brutalen Angriff der Hamas, indem sie über 20 qualvolle Stunden in ihrem Haus verbarrikadiert verbrachte. Dieses Erlebnis prägte ihren künstlerischen Werdegang und mündete in emotional aufgeladene Ausstellungen im ganzen Land – nun gipfelt es in diesem persönlichen und doch universell ansprechenden Werk in Yad Vashem.

Wegen ihrer expressiven Ausdrucksstärke wurde Tal Mazliach als zweite Künstlerin für das „Residency“-Projekt von Yad Vashem ausgewählt. Diese Residenz lädt Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Disziplinen ein, den Berg der Erinnerung (Mount of Remembrance) zu erkunden und sich von den unschätzbaren Sammlungen, Archivalien, der eindringlichen Landschaft und den Experten vor Ort inspirieren zu lassen.


"Journey in the Wake of Catastrophe"  ist mehr als nur eine Auseinandersetzung mit Trauer – die Ausstellung erforscht Erinnerung, Identität und die gespenstischen Echos, die Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Mit ihrer charakteristischen Verschmelzung von Stammesmotiven, kräftigen Farbspektren und vielschichtigen Texten erschafft Mazliach einen visuellen Dialog zwischen Schmerz und Tragödie. Jedes Gemälde dient zugleich als persönliche Zeugenaussage und gemeinschaftliche Klage – als Mahnung, wie Geschichte sich im Körper, in der Psyche und in der nationalen Seele manifestiert.




Mazliach, Absolventin des Avni-Instituts und Trägerin des renommierten Rappaport-Preises für etablierte israelische Künstlerinnen und Künstler (2009), betrachtet ihre Kunst gleichermaßen als Katharsis und Konfrontation. Obwohl sie keine direkte familiäre Verbindung zum Holocaust hat, vertiefte sie sich in die reichen Sammlungen von Yad Vashem, um Werke zu schaffen, die Stimmen, Objekte und Erinnerungen der Opfer in sich tragen. Viele ihrer Arbeiten beinhalten visuelle und textuelle Elemente historischer Artefakte aus Yad Vashem, die durch Mazliachs künstlerischen Blick neu interpretiert werden.


Orly Ohana, Yad Vashem-Kuratorin, betont:

„Tals Werk ist eine tiefgehende Meditation über die Kontinuität von Trauma. Holocaust und die Ereignisse des 7. Oktober sind getrennt durch Generationen, Geografie und Kontext – doch ihre Kunst zeigt, wie Leid durch die Zeit hallen kann. Ihre Gemälde ahmen keine Holocaustkunst nach; vielmehr nehmen sie deren emotionale Sprache auf und übersetzen sie in einen neuen Moment der Auseinandersetzung.“


Dani Dayan, Vorsitzender von Yad Vashem, unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen:

„Yad Vashem besitzt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Kunst aus der Zeit des Holocaust – Werke, die oft der letzte Ausdruck jüdischen Lebens vor der Ermordung waren. Mit Tals Ausstellung sieht man, wie dieses Erbe fortbesteht. Ihre Arbeiten sprechen die Qualen einer Generation an und ehren das Gedenken an eine andere. Die Leinwände zeigen die Weitergabe kollektiver Schmerzen – und die Widerstandskraft, die daraus erwächst.“


"Journey in the Wake of Catastrophe"  ist ab sofort im Kunstmuseum von Yad Vashem in Jerusalem für die Öffentlichkeit zugänglich.

 
 
 

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