Ein Abend mit Tswi Herschel

Tswi Herschel zu Besuch beim Freundeskreis Yad Vashem e.V.


Es war uns eine große Ehre und Freude, gestern Abend den Zeitzeugen und Shoah-Überlebenden Tswi Herschel zu einem Vortrag und Gespräch in unseren Räumlichkeiten zu empfangen. Auf Initiative des Anne Frank Zentrums reiste Herschel in Begleitung seiner Tochter Natalie und Enkeltochter Jessica nach Berlin, wo sie neben vielen anderen Terminen und Gesprächen Zeit fanden, den Freundeskreis zu besuchen. Im Beisein einiger Mitglieder des Vorstands und ausgewählter Gäste erzählte Tswi Herschel seine beeindruckende Lebenseschichte, gefolgt von einem Statement seiner Tochter, das besonders auf die Folgen der Shoah für die nachkommenden Generationen einging.


Wir bedanken uns sehr herzlich für diesen bewegenden und bereichernden Abend und freuen uns, künftig weitere Veranstaltungen wie diese – vielleicht auch für ein breiteres Publikum – anbieten zu können


Tswi Herschel bei seinem Vortrag für Mitglieder und Gäste des Freundeskreises: Vorstandsvorsitzender Kai Diekmann, Geschäftsführerin Ruth Ur, Dr. Samuel Salzborn, Vorstandsmitglied Stephan-Andreas Casdorff, Veronika Nahm, Direktorin des Anne Frank Zentrums, Hetty Berg, Leiterin des Jüdischen Museum Berlin, Beiratsmitglieder Sabine Sasse und Tita von Hardenberg, mit dabei auch Natalie und Jessica Herschel.



Über Tswi Herschel


Tswi Herschel wurde am 29. Dezember 1942 in Zwolle, einer kleinen Stadt in den von den Nazis besetzten Niederlanden, geboren. Im Januar 1943 musste die Familie Zwolle verlassen und zog nach Amsterdam, wo Tswis Vater nichtjüdische holländische Freunde kontaktierte und diese um Hilfe für seinen neugeborenen Sohn bat. Im März 1943 nahm eine protestantische holländische Familie Tswi bei sich auf. Er lebte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bei seiner Pflegefamilie. Tswis Eltern wurden im Juni 1943 in das Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden verschleppt. Einen Monat später deportierte man sie in das Vernichtungslager Sobibór, wo sie kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurden. Tswis Großmutter, die einzige noch lebende Verwandte, nahm ihn nach dem Krieg zu sich, um ihn in einem jüdischen Umfeld zu erziehen. Tswi wuchs auf, heiratete und bekam zwei Töchter. 1986 wanderten Tswi und seine Familie nach Israel aus. Seit 1991 erzählt Tswi Herschel Jugendlichen und Erwachsenen in Israel und Europa seine Geschichte.


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