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Ausstellung Sechzehn Objekte wird auf Welterbe Zollverein in Essen gezeigt


© Christoph Sebastian


Der Freundeskreis Yad Vashem e.V. und die Stiftung Zollverein zeigen in Kooperation mit Yad Vashem und dem Ruhrmuseum auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen die vielbeachtete Ausstellung „Sechzehn Objekte". Nachdem die Objekte anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag präsentiert wurden, sind sie vom 6. März bis 29. Mai in Essen zu sehen.


Erstmals in der 70-jährigen Geschichte der Internationalen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem werden Exponate aus der Objektsammlung in Deutschland gezeigt. Die Ausstellung erinnert daran, dass jeder Ort in Deutschland durch den Holocaust einen Teil seiner Geschichte, seiner Identität verloren hat. Die Gegenstände stehen für unzählige jüdische Leben und Gemeinschaften, die durch den Nationalsozialismus zerstört wurden. Die Gegenstände stammen aus unterschiedlichen Städten, jeder steht für eines der heutigen 16 Bundesländer.


Die Objekte erzählen unterschiedliche und einzigartige Geschichten. So auch das nordrheinwestfälische Objekt, eine Abendtasche aus Essen. Sie gehörte Jenny Bachrach. Die Essenerin lebte mit ihrem Mann Hermann und (Adoptiv-) Tochter Eva in der Moorenstraße in Essen-Rüttenscheid. Die Bachrachs konnten Eva noch außer Landes bringen, doch sie selbst überlebten die Verfolgung durch die Nationalsozialisten nicht. Nach der Enteignung wurden sie im April 1942 deportiert und ermordet. Die Abendtasche ist eines der wenigen Erinnerungsstücke, die Eva Bachrach vom Besitz ihrer Eltern blieb.

Zur Ausstellung bieten die Alte Synagoge Essen, das Ruhr Museum, die Stiftung Zollverein und der Freundeskreis Yad Vashem e.V. ein umfangreiches Rahmenprogramm an. In einer Vortragsreihe wird das Thema Erinnerungskultur im Wandel der Zeit in den Mittelpunkt gerückt. Dabei geht es um historische Aspekte und um konkrete Wege zukünftiger Erinnerung sowie des Gedenkens. Diese Frage stellt sich, wenn die letzten Zeitzeugen der Shoah nicht mehr leben, dann werden Erinnerungsstücke und Dokumente zu Zeitzeugen. Im Rahmen von Führungen (auch durch die Kuratorinnen) erfahren Gäste spannende Hintergründe zu den Gegenständen und ihrer Inszenierung in der Ausstellung. Bei Spaziergängen erwandern die Teilnehmenden die Spuren jüdischen Lebens in Essen und besuchen Orte, an denen die Besitzerin des Essener Objektes gelebt hat. So etwa das „Roba-Haus“ (heute „Osram-Haus“) in der Kruppstraße, wo Hermann Bachrach als Geschäftsmitinhaber und Möbelfabrikant nach 1929 gearbeitet hatte.


Die Ausstellung wird bis zum Samstag, 29. Mai, auf Zollverein zu sehen sein. Sie ist täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Kuratiert wurde sie von der Geschäftsführerin des Freundeskreises Yad Vashem, Ruth Ur, zusammen mit Michael Tal, Leiter der Objektsammlung, Yad Vashem.

Die Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, 5. März, kann auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Zollverein ab 16:00 Uhr live mitverfolgt werden:


https://www.youtube.com/watch?v=0hUY-BeXHgE Pressebilder können auf www.zollverein.de/presse/16-objekte heruntergeladen werden. Veranstaltung: Sechzehn Objekte. Eine Ausstellung zu siebzig Jahren Yad Vashem Zeit: 06. März 2023 – 29. Mai 2023, täglich (auch montags!) von 10:00 – 18:00 Uhr Veranstalter: Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Freundeskreis Yad Vashem e.V. und dem Ruhr Museum Ort: Halle 8, UNESCO-Welterbe Zollverein, Essen Eintritt: frei; um eine Spende für den Freundeskreis Yad Vashem e.V. wird gebeten


Foto (v.l.n.r.): Lukas Geck, Programmleiter des Freundeskreises Yad Vashem und Projektleiter der Ausstellung, Michael Tal, Leiter der Objektsammlung in Yad Vashem und Co-Kurator, Ruth Ur, Geschäftsführerin des Freundeskreises Yad Vashem und Kuratorin, Prof. Heinrich Theodor Grütter, Vorstand der Stiftung Zollverein

© Christoph Sebastian


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