Ausstellung zu Rahel Posners Foto eröffnet



Im Kieler Stadtmuseum ist die neue Ausstellung "Kiel, Chanukka 1931. Rahel Posners Foto erzählt" zu sehen. Es dreht sich alles um das ikonische Foto von Rahel Posner, das ihren Leuchter in der Fensterbank im Sophienblatt in Kiel zeigt – vor dem Hintergrund der ersten Nazi-Flaggen.


Eröffnet wurde die Ausstellung am 18. September im Ratssaal des Kieler Rathauses. Nach einem Grußwort von Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer stellte die Leiterin des Stadtmuseums und Kuratorin der Ausstellung, Dr. Sonja Kinzler, Konzept und Idee der Ausstellung vor. Die Geschäftsführerin des Freundeskreises Yad Vashem Ruth Ur betonte, wie wichtig es nach wie vor sei, sich mit dem Holocaust zu beschäftigen: "In Yad Vashem lebt ein großes Stück deutscher Vergangenheit fort, und das ist auch heute noch relevant für jeden."

Mit der Erinnerungskampagne #LichtZeigen hat der Freundeskreis Yad Vashem in diesem Jahr eine neue Form der Erinnerung initiiert, in deren Zentrum das Foto von Rahel Posner steht.


Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer unterstrich die Bedeutung der Holocaust-Erinnerung: "Ich hatte lange geglaubt, dass wir schon viel weiter seien beim Kampf gegen den Antisemitismus, aber beschämende Vorfälle auch in unserer Stadt zeigen, dass ich mich da korrigieren muss."


Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Geschichte des berühmten Fotos. Es erzählt von der Situation in Kiel in den Monaten und Jahren rund um das jüdische Fest Chanukka 1931 und von dem Werdegang der Aufnahme: Aus Israel kam das Foto 1973, vierzig Jahre nach der Emigration der Familie 1933, wieder nach Kiel. Dann begann seine weltweite Verbreitung. Zu sehen ist Rahel Posners berühmtes Foto in unterschiedlichen Verwendungen und Interpretationen. Dazu kommt eine Vielfalt von Zeugnissen des jüdischen Lebens in Kiel.


Es gibt sogar eine Version des Bildes zum Anfassen: Im verkleinerten Maßstab ist die Wand mit dem Fenster und dem Leuchter in der Fensterbank nachgebaut und kann berührt werden. Auf Reliefkacheln kann zudem ertastet werden, wie das Originalbild komponiert war. Dazu gibt es viele Hörtexte und sogar ein sprechendes Bild, das zur individuellen Bildbetrachtung einlädt.


Geschäftsführerin Ruth Ur und Programmleiter des Freundeskreises Yad Vashem, Lukas Geck, stehen dem Projekt beratend zur Seite. Zu sehen ist die Ausstellung vom 18. September 2022 bis 12. März 2023 im Kieler Stadtmuseum. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm.


Mehr zur Ausstellung lesen Sie in den Kieler Nachrichten.

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